RCN / BMW Driving Experience 2009
Wir haben schon immer davon geträumt, einmal auf der anderen Seite des Zaunes zu stehen - selber auf der Rennstrecke als echte Rennfahrer zu sein, den Zuschauern zuwinken, so wie wir den Fahrern immer gewunken haben.
Den Spruch mit der anderen Seite des Zaunes habe ich vor vielen Jahren schon einmal geäußert und kenne noch genau die Reaktion meiner damaligen Freunde: Gelächter! Gelächter über den Spruch und über die Idee - "wird eh nie was werden!" war die Standardantwort.
Jedes Jahr wieder am 24h-Rennen, als wir den Fahrern mit einer Träne im Auge zugewunken haben, kam der Wunsch auf einmal selber zu fahren...doch alle ernsthaften Anfragen waren spätestens dann beendet, wenn ich die Kosten auf den Tisch legte...bis zu dem Jahr 2007.
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Klaus-Peter Grümbel (l) und Jens Kreutz sind die Fahrer des Team nonsens-Racing |
Das legendäre "FAAAABIOOOOOH" 24h Rennen (mehr dazu unter 24h-Rennen).
Ich werde es nie vergessen, wie wir am Fangzaun des ADAC-Zeltes standen und Klaus-Peter Grümbel mich fragte, was man machen muss um auf die andere Seite des Zaunes zu gelangen. Meine erste Antwort war natürlich Streckenposten :-)
Nach kleinen Benzingesprächen und der ein oder anderen Tatsache über die Rennerei war seine Euphorie noch groß. Hält, wie die Erfahrung der letzten Jahre zeigten, genauso lang wie die Nachwirkungen aufgrund des hohen Alkoholkonsums als Zuschauer - etwa eine Woche.
Doch K.P. wollte in der Woche nach den 24h Grüne Hölle immer mehr Fakten und Zahlen wissen, die ich ihm gab.
Viele PS-Gespräche folgten und ich antwortete ihm eher beiläufig, auf die Frage ob ich mit ihm sowas machen würde kam ein klares Ja - denn meist verpuffen solche Vorhaben spätestens nach etwa 2 Wochen - eben dem Ende der 24h Euphorie...
Dann kam ein Anruf den ich so schnell wohl nie vergessen werde - es war der 16.06.2007, ich verweilte derzeit in Ungarn auf dem Pannoniaring zu einem Motorradlangstreckenrennen. Es war gegen 08:15h und im Display stand Klaus-Peter`s Nummer. Abgehoben habe ich mit dem Spruch "Wenn Du so früh anrufst, willst Du Geld von mir haben" und am anderen Ende des Telefons, viele Kilometer entfernt in Deutschland kam die Antwort "ich dachte mir schon, dass Du zusagen würdest, ich habe gerade den Golf gekauft".
Einen Preis kannte ich bis dahin nicht, mir wurde nur so langsam bewusst, dass ich endlich jemanden gefunden hatte der es auch ernst meint mit dem Vorhaben Grüne Hölle.
Das Auto war schnell gekauft, nur an der Umsetzung haperte es erst ein wenig... so vergingen einige Monate mit Slalomfahren und drüber reden was wann wie gebaut werden sollte, während der Golf noch in einer Garage in Meiswinkel auf seinen Einsatz wartete.
Doch dank eines sensationellen Slalomtages in Burbach, wo wir einen Parcourse vorfanden, der einem Bierdeckel ähnelte platze K.P. der Kragen und der nahm das Gölfchen mit gen Gössenheim. Seit diesem Sommertag 2008 hat er unzählige Stunden in das Auto investiert und nach und nach den Wolfsburger nahezu bis auf die Karosse zerlegt.
Es wurden Motorsportvorschriften studiert und danach gebaut, unzählige Meter Käfigrohrer gebogen, verschweißt, geflext und geschraubt. Die Bremsanlage komplett geändert, Motormanagement eingebaut und programmiert und was halt sonst noch so alles benötigt wird.
Während Klaus-Peter seine Abende mit Schrauben verbrachte wurden wir über das vorhaben stets nur müde belächelt - schnell war ein Name gefunden: das sinnlos-Projekt... viel Kritik mussten wir einstecken, doch gebaut wurde in Unterfranken weiterhin ohne Ermüdung.
Während ich mich um den Schreibkram zu kümmern hatte, welche Lizenzen benötigt werden, Handbücher vom DMSB, Vorschriften, nötige Dokumente etc. hatte Peter die schweißtreibende Arbeit zu erledigen. Die Stunden die er in den Bau des Wagens nach DMSB Gruppe H Vorschriften fertiggestellt wurde, sind nicht zählbar und bezahlbar.
Die Perfektion die er in die Fertigung steckte unbeschreiblich. Mit akribischer Kleinarbeit wurden Heckklappenhalter eingebaut und im passenden Winkel befestigt. Wehe eine Schraube saß nicht hundertprozentig in der Flucht. Mein Reden, es handele sich nur um einen Rennwagen gingen bei ihm Links rein und Rechts raus. Mit Glück bekam ich einen myrischen Blick für solche einen Spruch.
Doch es hatte sich gelohnt. Ende 2008 durfte der Golf 3 GTi seinen ersten Roll-Out absolvieren und wir drehten unseren Runden auf dem GP-Kurs beim Fahrertraining des MSF Solingen.
Das Projekt nahm sicher den Weg gen Vollendung.
Viele Schrauberstunden und zwei Bremsplatten weiter war es dann endlich soweit - die Test & Einstellfahrt stand vor der Tür - das "Sinnlos-Projekt" fuhr zum ersten mal die legendäre Nordschleife und trotz unerfahrener Fahrer und neu aufgebauten Auto fiel recht bald die 10:00 Minuten-Grenze.
An dieser Stelle möchte ich mich nochmal persönlich ganz besonders bei meinem Kompagnon Klaus-Peter für seinen unerbitterlichen Einsatz beim Bau des Wagens bedanken!
Viele wissen gar nicht, was er die ganzen Monate in Gössenheim geleistet hat um uns ein Auto dahin zustellen, mit dem wir die Grüne Hölle umrunden wollen während er gleichzeitig eine Firma zu führen hatte und zuhause eine Familie wartete. Der Dank, der Dir gebührt K.P. ist in Worte nicht zu fassen, aber vielleicht werden wir ja mal auf`s Treppchen kommen oder doch bald einmal rund um die Uhr fahren und das sollte dann wohl Dank genug sein:-)
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Unsere Helfer im Hintergrund - ganz links Harald Schreiber, Markus Schreiber (132 links) und Steffen Schindler |
Nicht zu vergessen sind an dieser Stelle auch die ganzen anderne Helfer im Hintergrund, die auf keiner Ergebnisse erscheinen, aber ohne die auch wir nicht auf der Liste stehen werden...
Sei es ein Steffen Schindler der jederzeit seine Dienstwaffe mit dem Schraubenschlüssel - dessen ich nicht wirklich mächtig bin - tauscht und Peter kräftig beim Schrauben hilft, ein Luis Marques oder Gunther Kaltschmidt der meine Unfallspuren beseitigt, ein Markus Schreiber der die Karosse wieder strack zieht und am Ring zur Boxencrew gehört um kleine und große Reparaturen durchzuführen oder aber auch ein Markus Bohn, Stefan Plate und Frank-Dieter Lohmann die mit uns mit Ihrer Rennerfahrung stets mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Nicht vergessen will ich natürlich die Frauen an unserer Seite, die nicht nur mit der Verpflegung und Beschaffungen hinter uns stehen, sondern auch die nötige Luft lassen und uns Jungs ein paar freie Stunden für den Motorsport lassen.
Auf eine erfolgreiche Saison 2009!